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EXTRAKT VON „SOMETHING IS BEING WHISPERED IN MY EAR“ von Isabel Cuesta
Puerto Asis ist ein kleines Dorf im Süden Kolumbiens, nah am Amazonas Dschungel gelegen.
Die Urenkelin der Uitoto Frau ging jedes Jahr in den Schulferien ihre Großeltern besuchen. Immer flog sie mit ihrem Bruder in einem winzigen Flugzeug von Bogotá über Kolumbiens Gebirgskette „Cordillera Oriental“, die den letzten Teil der Anden darstellt; die Anden oder „Antis“, wie in Quechua die längste Gebirskette der Welt genannt wird; die „Antis“, Heim der Incas.
Die Anden, die wie eine hungrige Schlange, sich von Patagonia über Chile parallel zu einem tosenden Pazifischen Ozean erstreckt, ist eine natürliche Grenze zwischen Argentinien und Chile bis sie ehrfurchtlos und prachtvoll in Bolivien eindringt, um hohe Gebirgskette hinter sich zu lassen, mit einer Geste, die Sterne mit dem gewaltigen grünem Lebensschrei verbindet. |
Weithin auf ihrem Weg vom Süden nach Norden überqueren die Anden Perú, Ecuador, um zuletzt in Kolumbien einzutreten und sich dann in zwei durstige Zungen zu gabeln; die Gebirgsketten „Coordillera Occidental“ (Westgebirge) und „Central“ (Mittelgebirge) an dem tiefen feurigen Ball „Nudo de los Pastos“.
Ausgehend vom Mittelgebirge erstreckt sich die „Cordillera Oriental“ dann bis zur Peninsula „La Guajira“ im Karibischen Meer.
Von Bogotá nach Puerto Asis zu fliegen ist wie über einem Meer grüner Vegetation zu schweben. Das Grüne, die Feuchtigkeit, die Schwingungen der grünen Farbtönen hallen tief in allen Ecken und Feingeweben des Körpers nach, in den tiefen Ebenen des Seins, wo die Erinnerungen an indianische Vorfahren noch lebendig sind. |



